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Norddeich Radio,
der Kommunikationsnabel der Welt! |
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Wer hätte am 1. Juni 1907 geglaubt, dass der öffentliche Küsten-Seefunk über Norddeich Radio so große Bedeutung gewinnen würde, wie er sie Jahrzehnte lang genossen hat? Wer hätte gedacht, dass sich hier bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eine der modernsten Kommunikationsanlagen der Welt etablieren würde? Eine Einrichtung der Deutschen Bundespost - später Deutsche Telekom AG - die nicht nur bei Seefahrern und Fachleuten in aller Welt von großem Interesse war, sondern auch viele Besucher aus dem In- und Ausland angezogen hat. |
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Noch heute ist Norddeich Radio vielen Menschen ein Begriff durch die Sendung des Norddeutschen Rundfunks "Gruß an Bord" , die alljährlich am Heiligen Abend ausgestrahlt wurde und so Seefahrer und Daheimgebliebene miteinander verbunden hat. |
Ein Bild aus dem Anfang der 80er Jahre. Die LP's sind noch nicht vollständig und auch die Fächer-Antennen fehlen. |
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Den folgenden Kurzbericht hat Fritz Deiters, ehemaliger Öffentlichkeitsbeamter bei Norddeich Radio, für unsere Website verfasst und uns zur Veröffentlichung am 23. Oktober 2009 zur Verfügung gestellt. |
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Herr Deiters,
Herzlichen Dank an dieser Stelle!
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Aufbau der ersten Antennen 1905. |
Unmittelbarer Anlass für die Gründung der Funktelegraphen-Station Norddeich war, dass der damalige Kaiser Wilhelm II. nach einer Schiffsreise im Jahre 1905 keine Depesche, heute auch Telegramm genannt, von seinem Schiff, der HAPAG-Dampfer „Hamburg“ an die damals existierende Küstenfunkstelle auf der Insel Borkum absetzen konnte. Denn an Bord des Kaisers befand sich eine Telefunkenanlage und auf der Insel Borkum eine Marconi-Station. Ein Zusammengehen der Systeme bzw. eine internationale Regelung gab es in der Zeit noch nicht. |
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Wieder an Land wies der Kaiser sein Reichspostamt an, eine Deutsche Küstenfunkstelle zu errichten. Die Entscheidung fiel zum Aufbau einer deutschen Station auf ein Gelände westlich vom Fischerdorf Norddeich. (Heute ist dort ein Campingplatz.) |
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Im Jahre 1907 wurde der Funkverkehr als „Küstenfunkstelle für den öffentlichen Verkehr“ aufgenommen. |
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Viele Jahre wurden mit der Morsetelegrafie Nachrichten übermittelt. Das waren in der Hauptsache Telegramme zwischen dem Reeder und seinen Schiffen bzw. umgekehrt. Der Inhalt der Telegramme zwischen Schiff und Land wurde mittels Morsezeichen ausgetauscht und entsprechend in lesbaren Text zu Papier gebracht. Der Austausch der Morsezeichen erfolgte mit der Hand, also mit einer so genannten Morsetaste. Verwendet wurde dafür das internationale Morsealphabet, wo es keine deutschen Sonderzeichen wie ö, ä, ü oder unser ß usw. gibt. |
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Es wurden auch Telegramme für ärztliche Beratungen ausgetauscht, was nach einer Überlieferung zu einer Kuriosität geführt hat. |
"Papstfinger"
Norddeicher Sendeturm - ein sogenannter "Papstfinger". |
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Diese ärztliche Anweisung wurde über die Küstenstation als Morsezeichen an das Schiff übermittelt. Der Arzt hatte also im normalen Text angewiesen, dass der Kranke an Bord „Bier in Maßen trinken“ solle. Da es aber im Telegrafenalphabet kein „ß“ gibt, musste der Text „Bier in Massen trinken“ übermittelt werden. Das Ergebnis ist allerdings nicht bekannt. |
Die Antennentürme des Vatikan waren vom gleichen Typ. Daher die eigenartige Bezeichnung. |
| 1924 erhielt Norddeich Radio seinen ersten Röhrensender. |
Später kam dann der Sprechfunk hinzu, also waren neben der Telegrammübermittlung auch Gesprächsvermittlungen mit den Schiffen weltweit möglich geworden. |
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Einige Jahre später wurde die Empfangseinrichtung aus der Küstenstation Norddeich in den Randbereich der Stadt Norden verlegt. Das war technisch gesehen erforderlich. Die Straße mit Namen „Funkweg“ und das alte Empfangsgebäude, heute ein Mehrfamilienhaus mit einer Tafel, erinnern an frühere Zeiten. |
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In den 30er Jahren erfolgte dann eine weitere Verlagerung der Empfangsfunkstelle nach Utlandshörn, wo die Empfangsfunkstelle bis zur Abschaltung am 31.12.1998 gearbeitet hat. |
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Die Aufgaben der Küstenfunkstelle Norddeich Radio waren das Übermitteln von Telegrammen und das Vermitteln von Gesprächen und Funkfernschreiben. Eine weitere wichtige Aufgabe war das Beobachten der internationalen Seenotfrequenzen. Viele Jahre wurden mit der Funkpeilung auch die Standorte der in Seenot befindlichen Schiffe ermittelt, bis diese Art der Peilung durch neuere Techniken ersetzt wurde. Und dann gab es noch die Betreuung der Schiffsbesatzungen durch den funkärztlichen Beratungsdienst. |
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Abschied von Norddeich Radio.
Hören Sie YouTube |
In den 70er Jahren wurde schließlich auch die Sendefunkstelle von Norddeich in den Ortsteil von Norden nach Osterloog verlegt und ebenfalls abgeschaltet. |
Der Sendersaal des Jahres 1925 lässt erahnen, welch aufwendige Aktivitäten sich direkt an der Nordsee abspielten. |
Wenn Sie Sounds und eine bemerkenswerte Bildergalerie von Norddeich Radio interessieren, dann besuchen Sie die Seite von Hans-Jörg Pust, der jahrelang im Funkbetriebsdienst bei Norddeich Radio beschäftigt war und dem wir danken, dass er auch uns die Bilder seiner Site zur Verfügung stellt.
Herzlichen Dank, Herr Pust! |
Das Gebäude gehört heute zur Seehundstation Norddeich und beherbergt neben einer Quarantänestation für Seehunde und Vögel ein Museum mit Namen „Waloseum“. Ein an der Küste gestrandeter Pottwal wurde präpariert, und das Gerippe wird im Waloseum aufgebaut gezeigt. |
Finden Sie auch interessante Informationen auf
folgender Site:
www.henningullrich.de
http://www.funktechnisches-museum-norddeich-radio.de/abschied.html |
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